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Happy-End mit Entenhochzeit

Besucher der Ausstellung betrachteten aufmerksam die Gemälde und lasen die dazu ausgehängten Gedichte.
Besucher der Ausstellung betrachteten aufmerksam die Gemälde und lasen die dazu ausgehängten Gedichte.

Happy-End mit Entenhochzeit

Inszenierte Ausstellung als Ergebnis einer ungewöhnlichen Kooperation

Alles kann gut werden, wenn man es nur wirklich miteinander versucht. Diese Idee ist Hintergrund eines kleinen Märchens, aufgeführt auf der Weinsziehr-Bühne von fünf Teilnehmenden eines Theaterworkshops. Sie ist außerdem programmatisch für den ganzen Abend, der aus einer nie dagewesenen Kooperation der Musikschule Hildesheim, des Theaterpädagogischen Zentrums und der Diakonie Himmelsthür entstanden ist. Und weil zu einem märchenhaften Happy-End auch eine Hochzeit gehört, heiraten in diesem Stück am Schluss die Enten.

Gemälde der „Wilderers“, der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Künstlergruppe der Diakonie Himmelsthür, hängen im ganzen Raum. Sie alle basieren auf den Grundfarben Rot, Gelb und Blau, aber sonst sind sie so unterschiedlich wie die Menschen, die sie geschaffen haben. „Ein schöner Tag“ heißen sie oder „Leute mit Blumen und Kissen“. Vor dieser Kulisse hat sich ein Publikum zusammen gefunden, das staunend und aufmerksam vor den Bildern verweilt, das die ausgehängten Gedichte liest, die in einem parallelen Projekt entstanden, und das der Theatergruppe applaudiert.

Dass hier Menschen mit und ohne Behinderung in künstlerischen Projekten zusammenarbeiten, dass sie ihre Zeit und ihre Träume teilen, wäre eigentlich bemerkenswert genug. Doch darüber hinaus beruht das Ganze auf der Initiative dreier junger Menschen: Jule Meiseberg, Jelena Ratz und Lennard Obenhausen absolvieren derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur, und zwar in jeweils einer der drei beteiligten Einrichtungen. Die Idee, in einer inszenierten Ausstellung mehrere Künste zusammenzubringen, hatten sie bereits im letzten Oktober.

„Da haben wir noch nicht geahnt, wie viel Arbeit auf uns zukommen würde“, sagt Jule Meiseberg, und sie sagt es mit einem Lachen, das verrät, wie glücklich und stolz sie ist, jetzt, wo alles geschafft ist. Sie selbst hat die kleine Theatergruppe in Workshops und Seminaren betreut, hat das Stück mit den Teilnehmenden geschrieben, es inszeniert und die Kostüme ausgesucht. Darüber hinaus mussten Sponsoren gefunden und Flyer gedruckt, ein passender Ausstellungsort gesucht und Gäste eingeladen werden.

Zum Glück hatten die drei Ansprechpartner, bei denen sie Hilfe und Unterstützung fanden. Bei der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, die das Freiwillige Soziale Jahr Kultur begleitet und fördert, lernten sie die Grundbegriffe der Kulturpolitik und setzten sie von Anfang an praktisch um. Ihre Koordinatorin Dörte Wiegand stand ihnen, wie Jule Meiseberg sagt, „immer zur Seite, egal was war“.

Die Mentorin ist unüberhörbar stolz auf die drei Initiatoren. Einen „wichtigen Beitrag zur Anerkennungskultur des Freiwilligen Sozialen Jahres und das Finden einer eigenen kulturellen Identität“ hätten Jule Meiseberg, Jelena Ratz und Lennard Obenhausen geleistet, sagt Dörte Wiegand in einer kurzen Ansprache. So habe sie sich die Kulturarbeit mit jungen Menschen immer vorgestellt.

Das Ergebnis begeistert auch die Gäste, die den Aufwand dahinter nicht kennen, sondern nur hierhergekommen sind, um Malerei, Lyrik und Theater zu erleben und denen zu begegnen, die diese Werke geschaffen haben. Das ist es ja, was die Kunstwerke wollen: einen Raum kreieren, in dem solche Begegnungen ganz einfach möglich sind, in dem ein Bild mit schlichtem Titel und leuchtenden Farben von einer Welt erzählt, wie sie idealerweise sein müsste, offen und bunt. Die Tiere auf der Bühne sind da ganz optimistisch. „Ente gut, alles gut.“

Text und Bild: Kultur und Kommunikation

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