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Überweisungen in Leichter Sprache

Jenny Kriszio (vorne) und Elfi Stoffregen füllen die Leinwand mit lachenden Gesichtern
Jenny Kriszio (vorne) und Elfi Stoffregen füllen die Leinwand mit lachenden Gesichtern

Überweisungen in Leichter Sprache

Trainees der Sparkasse Hildesheim entwickeln Ideen für mehr Inklusion

Hildesheim. Das Büro des Vertriebsleiters in der Himmelsthürer Sparkassen-Geschäftsstelle ist nicht wiederzuerkennen. Schreibtisch und elektronische Geräte sind mit Planen abgehängt, dafür steht gleich neben der Tür eine Staffelei. Hier ist Hans-Joachim Teske am Werk, Mitglied der Künstlergruppe „Wilderers“ aus den proWerkstätten Himmelsthür. In seinem unverkennbaren Stil mit kräftigen Konturen und fein abgestimmten Farbfüllungen bannt er die Büro-Einrichtung auf die Leinwand, Detail für Detail. Nicht einmal der Papierkorb darf fehlen.

In der Kundenhalle, in einem Beratungszimmer und draußen vor der Eingangstür sind seine Kolleginnen Doris Sprenger, Jenny Kriszio und Vanessa Griepentrog aktiv. Alle Bilder sind Koproduktionen - je eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Sparkasse malt mit. Die Kunstwerke, die im Verlauf dieses Nachmittags entstehen, sollen bald die Wände der Geschäftsstelle zieren.

Dabei geht es eigentlich gar nicht um Kunst, die Malaktion ist lediglich der Auftakt für Neuerungen im täglichen Geschäft. Die Inklusion, das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, bringt es mit sich, dass immer mehr Kundinnen und Kunden der Diakonie Himmelsthür auch als Kundinnen und Kunden von Geldinstituten in Erscheinung treten.

Doch verschiedene Kundengruppen haben verschiedene Bedürfnisse, das ist auch in einer Bank so: Die einen brauchen etwa ein wenig mehr Zeit, um sich verständlich zu machen oder zu verstehen, den anderen kann es gar nicht schnell genug gehen, weil der nächste Termin drängt. Da sind Konflikte fast vorprogrammiert.

Was kann man vorbeugend tun? Wie kann mehr Verständnis für beide Seiten geweckt werden? Jana Sauthoff, Sina Ruhland, Kai Raffel und Tobias Eckstein, Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Trainee-Ausbildung in der Sparkasse Hildesheim, fragten sich nun im Rahmen eines Studienprojekts exemplarisch, wie das Unternehmen besser auf die Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden mit Behinderung eingehen könne. „Wir möchten gerne unseren Beitrag dazu leisten“, erklärt Sina Ruhland. Denn Inklusion sei ein wichtiges Thema für die Gesellschaft.

Die vier kontaktierten die Diakonie Himmelsthür, die daraufhin eine Umfrage bei ihren Bewohnerinnen und Bewohnern startete. Als erstes wurde der Wunsch geäußert, dass die Mitarbeitenden  der Sparkasse noch etwas aufgeschlossener und freundlicher sein sollten als bisher; gefolgt von der Anregung, die Abläufe an den Automaten in Leichte Sprache zu übersetzen.

Die vier Trainees haben Ideen für mehr Inklusion in der Kundenhalle entwickelt. Nach ihren Vorstellungen wäre ein Informationsblatt zur bevorstehenden Umstellung auf Sepa-Überweisungen in Leichter Sprache sinnvoll. Und auf den Monitoren in allen Sparkassen- Geschäftsstellen könnten in Zukunft einfache Anleitung zum Geldabheben gezeigt werden.

Dass sich diese Bemühungen lohnen, zeigt sich schon an der heiteren und leichten Atmosphäre an diesem Nachmittag in der Himmelsthürer Geschäftsstelle. Die Mitarbeitenden und die Kundinnen und Kunden mit Assistenzbedarf widmen sich ohne Berührungsängste dem gemeinsamen Ziel, mehr Farbe ins Haus zu bringen. Zwischen den Menschen funktioniert die Inklusion schon - jetzt müssen noch die Automaten folgen.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation

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