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Dr. Irmgard Schwaetzer beim Freundesmahl Sorsum

Ein Gemälde als Dankeschön für die Festrednerin: Der langjährige Vorsitzende Walter Meyer-Roscher, der neue Vorsitzende Michael Siegers, Künstlerin Nicole Lorenz, Dr. Irmgard Schwaetzer und Ulrich Stoebe (von links).
Ein Gemälde als Dankeschön für die Festrednerin: Der langjährige Vorsitzende Walter Meyer-Roscher, der neue Vorsitzende Michael Siegers, Künstlerin Nicole Lorenz, Dr. Irmgard Schwaetzer und Ulrich Stoebe (von links).

Dr. Irmgard Schwaetzer beim Freundesmahl Sorsum

Dr. Irmgard Schwaetzer zieht als Festrednerin beim Freundesmahl der Diakonie Himmelsthür eine positive Bilanz des Reformationsjubiläums

Hildesheim/Sorsum. Die evangelische Kirche sollte die Erfahrungen des Reformations-Jubiläumsjahres für einen Aufbruch und zur Veränderung nutzen, sagte Dr. Irmgard Schwaetzer vor rund 150 Gästen des Freundesmahls der Diakonie Himmelsthür in Sorsum. Die einstige Bundesministerin, heute Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), war Festrednerin bei der Veranstaltung, die schon zum 32. Mal von den Freunden der Diakonie Himmelsthür ausgerichtet wurde. Titel ihrer Ansprache in der Ernst-Kipker-Sporthalle: „500 Jahre Reformation - und nun? Was nach dem Jubiläum geschehen muss.“

Schwaetzer zog insgesamt eine positive Bilanz des Jubiläumsjahres. Die Synode habe 30 sogenannte Scouts beauftragt, unterschiedliche Veranstaltungen zu besuchen und zu beobachten. Ein Ergebnis: Die Feiern hätten viele erreicht, die sonst kaum den Gottesdienst besuchten. Und dabei seien gerade geistliche Formate gut angekommen. Die Menschen fühlten sich immer dann besonders angesprochen, wenn die Kirche ihre vertraute Umgebung verlasse, an neuen Orten, auf neue Art und in Kooperation mit säkularen Partnern Andachten und Gottesdienste feierte.

Diese Erkenntnis müsse die Kirche in die Zukunft mitnehmen, sich mehr auf unterschiedliche Zielgruppen einstellen, um auch die jungen Menschen wieder zu erreichen. Bei den rund 10.000 Veranstaltungen zum Jubiläum in Deutschland hätten auch Ehrenamtliche geholfen, die keine Kirchenmitglieder seien: „Wir sind als Kirche Teil der säkularen Gesellschaft.“

Auch an der Kommunikation mit anderen müsse die Kirche arbeiten. Anstatt den Ton der Predigt und Verkündigung anzuschlagen, sollten Vertreter der Kirchen erst einmal zuhören und das „Abgehobene“ in der Sprache meiden. Allein schon den Begriff „Präses“ für ihr eigenes Amt müsse sie immer erst erklären.

„Christentum ist ohne Diakonie nicht denkbar“, sagte Dr. Irmgard Schwaetzer weiter. Sie sei Ausdruck des christlichen Auftrags und „wo Diakonie draufsteht, muss Zuwendung drin sein.“

Traditionell erhielt die Festrednerin als Dankeschön ein Originalgemälde von einer Künstlerin aus der Gruppe „Die Wilderers“. Nicole Lorenz hat das Bild mit dem Titel „Eintracht“ in kräftigen Blau- und Grüntönen gemalt.

Auch der Direktor der Diakonie Himmelsthür Ulrich Stoebe ging auf das zurückliegende Festjahr ein. Ob die Umarmung der Kirchenführer beim Versöhnungsgottesdienst in der Michaeliskirche im März dieses Jahres wirklich ein neues Kapitel der Ökumene aufgeschlagen habe, das müsse die Geschichte zeigen: „Aber wir schreiben die Geschichte mit. Es liegt auch in unserer Hand.“ Stoebe erinnerte an eine neue These, die Menschen mit und ohne Behinderung bei einem Treffen in Worms im September aufgestellt hätten: „Unsere Reformation heißt Inklusion.“ Die Reformation gehe weiter, „wo Menschen auf der Suche nach Gerechtigkeit sind.“

Die Gäste des Freundesmahls wurden vom früheren und neuen Vorsitzenden des Freundevereins gemeinsam begrüßt. Walter Meyer-Roscher hatte nach 16 Jahren den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgegeben, neuer Vorsitzender ist der frühere Volksbank-Chef Michael Siegers. Er verabschiede sich aber nicht, sondern bleibe weiterhin im Vorstand aktiv, betonte Walter Meyer-Roscher.

Der Freundeverein setze Hilfe und Unterstützung gegen politische und soziale Egoismen. Das Geld der Förderinnen und Förderer diene dazu, den Menschen mit Behinderung ihren Wunsch nach aktiver Gestaltung eines lebenswerten Lebens zu erfüllen. Wie eine solche aktive Lebensgestaltung aussehen kann, zeigte die 2016 gegründete Rollstuhl-Tanzgruppe „Heaven Rollers“ unter Leitung von Yvonne Biegisch. Spaß und Freude an der gemeinsamen Bewegung waren den Tanzenden deutlich anzusehen.

Für das Essen sorgte die Catering-Gesellschaft Himmelsthür, das Hauswirtschaftsteam der Diakonie Himmelsthür kümmerte sich mit ehrenamtlicher Unterstützung um die Gäste. Zur Einstimmung musizierte der Bläserkreis St. Michael unter Leitung von Helmut Langenbruch. Der Erlös des diesjährigen Freundesmahls soll dazu verwendet werden, den Brunnenhof auf dem Campus in Sorsum zu einem Treffpunkt für Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende und Nachbarn umzugestalten.

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