Taschenrechner, Kugelschreiber und Zahlentabellen

Diakonie HimmelsthürJahresbericht 2023

Liebe Leserin,
lieber Leser,

schön, dass Sie sich für den Jahresbericht der Diakonie Himmelsthür interessieren, der ab sofort nicht mehr in gedruckter Form, sondern digital erscheint.

Damit nehmen wir eines unserer zentralen Unternehmensziele ernst: Wir haben uns der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet und bemühen uns, in allen Bereichen nachhaltiger zu arbeiten.

Dazu gehört ein schonender Umgang mit endlichen Ressourcen. Wir wollen zum Beispiel mit dem Umzug in unser neues Verwaltungsgebäude im nächsten Sommer auf ein möglichst papierloses Büro umstellen. Und wir reduzieren auch unsere Print-Produkte.

Wir blicken in der Diakonie Himmelsthür auf bewegte Monate zurück. Es gab viele Entwicklungen, über die wir uns freuen. Und zugleich stehen wir weiterhin vor anspruchsvollen Herausforderungen.

Neue Beschäftigungs- und Wohnangebote

Beginnen wir mit den guten Nachrichten: Wir konnten auch im letzten Geschäftsjahr wieder neue Angebote entwickeln, diesmal lag der Schwerpunkt dabei auf der Weiterentwicklung unserer Tagesförderung. So konnten wir auf dem Campus in Sorsum, in der Innenstadt von Bad Pyrmont und in der Fußgängerzone von Nienburg neue Beschäftigungsangebote in attraktiven Räumlichkeiten eröffnen.

Auch neue Wohnangebote entstehen: In der Hildesheimer Ottostraße wird derzeit ein großes Wohngebäude für knapp 40 Kundinnen und Kunden gebaut. In Wildeshausen bauen wir unsere Immobilie in der Glaner Straße um und passen sie an moderne Wohnstandards und die Bedarfe unserer älteren Bewohner und Bewohnerinnen an. In Hannover entstehen in Kooperation mit einer Kirchengemeinde Wohngemeinschaften für Menschen, die auf ambulante Alltagsassistenz und Pflege angewiesen sind. Und wir freuen uns auf den baldigen Bau-Beginn in Syke und Bockenem. An beiden Orten sollen attraktive neue Wohn- und Beschäftigungsangebote entstehen, durch die wir ältere Standorte ersetzen werden.

Weil die Diakonie Himmelsthür in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet hat und deshalb ein starkes und stabiles Unternehmen ist, können wir solche Projekte auch unter derzeit sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen weiterhin voranbringen. Aber natürlich belasten auch uns die Steigerung der Baukosten und die hohen Zinsen. Wir müssen unsere Investitionen also sorgsam steuern und dabei Prioritäten setzen.

Schwierige Zeiten auf dem Arbeitsmarkt

Vor Herausforderungen stehen wir weiterhin bei der Personalgewinnung. Die Sozialbranche ist noch stärker als andere gesellschaftliche Bereiche von der demographischen Entwicklung und dem inzwischen sehr spüren Mangel an Arbeitskräften betroffen. Auch in der Diakonie Himmelsthür gehen in den nächsten Jahren viele Mitarbeitende in Ruhestand. Und wir merken, dass es schwieriger wird, freie Stellen zu besetzen. Wir haben unsere Anstrengungen bei der Personalgewinnung deutlich verstärkt und wenden uns auf vielfältige Weise an potentielle Interessierte: mit großflächiger Bus-Werbung genauso wie mit einem Instagram-Karrierekanal. Gleichzeitig wissen wir, dass wir die Auswirkungen der demographischen Entwicklung nicht einfach auffangen können, so sehr wir uns auch bemühen. Deshalb denken wir an Pilotstandorten inzwischen über ganz neue Lösungen nach: Gibt es beispielsweise alternative Arbeitszeit- und Dienstplanmodelle, die Entlastung bringen könnten? Können wir Gestaltungspielräume gewinnen, wenn wir auch über Bereichsgrenze hinaus stärker kooperieren und uns gegenseitig unterstützen? An solchen Fragen werden wir auch in den nächsten Monaten intensiv weiterarbeiten müssen. Uns ist dabei wichtig, die Antworten gemeinsam mit den Teams zu suchen, weil die Kolleginnen und Kollegen vor Ort natürlich am besten wissen, was an Ihrem Standort weiterhelfen würde.

Digitales Arbeiten schreitet voran

Auch im Bereich der Digitalisierung haben wir Fortschritte gemacht: Die Dienstplanungs- und Dokumentationssoftware Vivendi ist inzwischen unternehmensweit eingeführt und bietet neue Möglichkeiten, die den Arbeitsalltag in der Assistenz erleichtern können. So können die Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel ihreTätigkeiten per Smartphone und Sprachsteuerungdokumentieren. Im Herbst startet zudem unser neues Mitarbeitenden-Portal „my.himmelsthür“, das unsere interne Kommunikation, die Vernetzung und den Austausch untereinander erleichtern soll.

Sozialbranche weiter unter Druck

Im Herbst 2023 haben sich die Tarifvertragsparteien des Tarifvertrags der Diakonie Niedersachsen, den wir wie alle diakonischen Träger in unserem Bundesland anwenden, auf eine umfassende Tariferhöhung verständigt. Einerseits begrüßen wir diese Entwicklung, schließlich leisten die Mitarbeitenden sehr anspruchsvollen Arbeit und müssen – auch angesichts der Inflation – dafür angemessen bezahlt werden. Und für uns als Arbeitgeberin ist es wichtig, dass unser Tarifvertrag konkurrenzfähig gegenüber anderen ist, damit wir neue Mitarbeitende gewinnen können. Andererseits stellt die Tariferhöhung eine Herausforderung dar, weil die Refinanzierung durch das Land als Leistungsträger der Eingliederungshilfe nicht im gleichen Maß gestiegen ist. Die politischen Gespräche über das künftige Finanzierungssystem der Eingliederungshilfe laufen nun derzeit. Wir hoffen auf tragfähige Lösungen. Nach unserer Überzeugung muss eine tarifliche Bezahlung in der Sozialbranche ein politisches Ziel sein, für dessen Umsetzung dann auch die nötigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden müssen.

Die Herausforderungen anpacken

Auch die nächsten Monate werden also interessant werden. Wir gehen trotz komplizierter Rahmenbedingungen voran, weil wir wissen, dass ganz viele Kolleginnen und Kollegen im Diakonie Himmelsthür-Verbund mit großem Engagement an guten Lösungen arbeiten. Dafür sind wir sehr dankbar – genauso wie allen Geschäftspartner:innen und Unterstützer:innen, die unsere Arbeit begleiten, kritisch hinterfragen oder auf andere Weise bereichern und voranbringen. Wir schätzen das gute Miteinander und die konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen allen sehr.

Mit herzlichen Grüßen

Ines Trzaska und Florian Moitje

Meilensteine im Jahr 2023

Zwei Männer lächeln in die Kamera, während sie in einem Stadion sitzen. Einer trägt eine blaue Mütze und eine dunkelblaue Jacke, der andere hat einen Bart und trägt eine schwarze Jacke. Im Hintergrund sind andere Zuschauer zu sehen.
Teilhabe und soziales Engagement sind auch im Fußball ein wichtiges Thema. Der Fußballverein Hannover 96 lud die Wohngruppe aus Barsinghausen am 11. Februar zum Spiel gegen Paderborn ein.
Eine Hand platziert einen roten Schraubverschluss auf einer farbigen Steckplatte mit verschiedenen bunten Teilen. Die Platte hat zahlreiche Löcher, die für die farbigen Elemente vorgesehen sind. Im Hintergrund ist eine rote Plastikschale sichtbar.
Im März zogen 27 Beschäftigte vom Sorsumer Campus in die neue Tagesförderstätte „Weit-Blick". Nachhaltige Projekte wie Recycling von Altpapier und dem Anpflanzen von Obst und Gemüse stehen im Fokus der Arbeit. Kooperationen im Viertel machen den Schritt zur sozialen Teilhabe in die Mitte der Gesellschaft vollständig.
Zwei Männer stehen in einem Raum und halten einen großen Scheck. Der Scheck zeigt die Summe von 12.940 Euro für die Diakonie Himmelsthür. Die Männer tragen formelle Kleidung und lächeln, die Umgebung enthält Werkstattgeräte.
Im Frühjahr wurde das alternative Arbeitsangebot „start2work" im Sirius Business Park eröffnet. Eine großzügige Spende der Firma Hilti aus Hildesheim wurde dabei auch übergeben. „Start2work" bietet Menschen mit Assistenzbedarf mit dem „Kaffeerad", der „inklusiven Medienwerkstatt" sowie der „Holzwerkstatt" einen Ausblick auf eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Eine Gruppe von etwa 20 Personen in orangenen T-Shirts feiert im Freien. Viele haben die Arme in die Luft gestreckt und lächeln glücklich. Es gibt Bäume im Hintergrund, und die Atmosphäre wirkt fröhlich und ausgelassen.
In der Kategorie „Fun" hat das Drachenbootteam der Diakonie Himmelsthür, „die Glücksritter", im Mai den ersten Platz beim Drachenbootfestival in Hannover belegt.
Eine Gruppe von Menschen steht an einem Informationsstand in einer Messehalle. Einige Teilnehmer tragen bunte Schals oder T-Shirts, während sie auf ihre Registrierung warten. Im Hintergrund sind weitere Stände und farbige Banner zu sehen.
Im Juni verkaufte das „Café Pause inklusiv" beim Kirchentag in Nürnberg reichlich Kaffee und Kuchen an die Besuchenden. Das Pop-Up-Café wurde gemeinsam mit Mitarbeitenden aus Alsterdorf, vom Wittekindshof, von Diakoneo und von der Johannes-Diakonie Mosbach sowie der Diakonie Himmelsthür ins Leben gerufen.
Eine Gruppe von Menschen jubelt und applaudiert, während zwei Radfahrer, darunter einer im Rollstuhl, bereit sind, loszufahren. Die Veranstaltung findet im Freien statt, umgeben von Bäumen und Menschen in bunten T-Shirts. Es herrscht eine fröhliche und unterstützende Atmosphäre.
Während der Special Olympics, die im Juni 2023 in Berlin stattfanden, wurde unter anderem Hildesheim zur „Host Town". Beim Fackellauf durch die Stadt durften auch die Bewohnenden und Beschäftigten der Diakonie Himmelsthür mitmachen und sogar die Fackel für einen Teil der Strecke halten.
Ein junger Mann mit Brille sitzt in einem Drehstuhl in einem leeren Raum mit rosa Wänden. Neben ihm steht ein Rucksack und vor ihm sind Fenster, durch die man einen grünen Außenbereich sehen kann. Rechts befindet sich ein Tisch mit einer Schublade.
Bewohner Falk Witte bei seinem Umzug in das neue Wohnangebot in der Lange Straße in Harpstedt, das 15 Menschen mit Assistenzbedarf ein neues zu Hause bietet. Im Juli wurde das neue Wohnangebot eröffnet.
Eine moderne, runde Gebäude mit blauen Fenstern steht im Vordergrund, umgeben von grünen Rasenflächen und Bäumen. Im Hintergrund sind mehrere mehrstöckige Gebäude sichtbar, umgeben von einer ländlichen Landschaft mit Wäldern und Feldern unter einem klaren, sonnigen Himmel.
Aus dem „Café Himmelsthür" wird nach umfassenden Renovierungsarbeiten die neue Tagesförderstätte „Rund-um" eröffnet. Seit Anfang August arbeiten hier 35 Beschäftigte.
Eine Gruppe von sechs Personen posiert im Freien vor einem historischen Gebäude. Eine Frau hält eine Urkunde und eine Trophäe, während die anderen lächeln und sich um sie gruppieren. Der Himmel ist klar und blau, und die Szenerie wirkt festlich.
Die DH hat den Hospizpreis des Niedersächsischen Landesministeriums gewonnen. Im Schloss Herrenhausen in Hannover holten Andrea Zimmermann, Florian Moitje, Brigitte Schumann, Carsten Wirges, Dörte Hartung sowie Christian Castel und Marion Hartich vom Kooperationspartner „Geborgen bis zuletzt" den Preis vom Niedersächsischen Sozialminister Andreas Philippi ab.
Drei Personen stehen um einen Stehtisch. Ein Mann mit Brille und grauem Sweatshirt schaut nach unten. Neben ihm steht ein anderer Mann in schwarzer Kleidung und eine Frau in einem braunen Blazer mit orangefarbener Bluse, die freundlich lächelt. Auf dem Tisch sind Blumen und Dokumente.
Die neue Tagesförderstätte „stadtBlick" des Hauses Pyrmont in Bad Pyrmont wurde am 20. Oktober eingeweiht. Bei den Feierlichkeiten waren auch Vorständin Ines Trszaska und Regionalgeschäftsführer Ralf Simon. Die Tagesförderstätte „stadtBlick" bietet 40 Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit sozialraumorientierten und sinnstiftenden Tätigkeiten, bei denen sie Inklusion und Teilhabe erleben.
Eine Band spielt auf einer Bühne mit verschiedenen Instrumenten wie Gitarre, Schlagzeug und Keyboard. Der Sänger in der Mitte führt eine energiegeladene Performance auf. Im Hintergrund sind Lautsprecher zu sehen, während das Publikum die Show begeistert verfolgt.
Gemeinsam mit der Lammetal GmbH und der Lebenshilfe Hildesheim e.V. hat die proTeam Himmelsthür GmbH das Festival ROCKALLIN(klusiv) im Oktober 2023 initiiert. Es traten viele Bands aus dem Raum Hildesheim auf. Im Bild zu sehen: „Die Reuling Stones"
Drei Personen stehen auf einem Balkon. Eine Frau mit einem Notizbuch und Brille spricht und gestikuliert, während ein Mann und eine weitere Frau aufmerksam zuhören. Im Hintergrund sind Bäume und eine Gebäudewand sichtbar.
Im Oktober wurden Teile des Campus in Sorsum zum Setting für einen Kinofilm. Die Werkgruppe2 und Hanfgarn & Ufer drehten für das ZDF den Film „LUISA", bei dem es um das Thema Sexualisierte Gewalt an Frauen in einer Unterbringung für Menschen mit Behinderungen geht. Der Film soll 2025 in die deutschen Kinos kommen.
Drei Personen stehen auf einer Baustelle neben einem Mauerwerk. Eine Person hält ein rundes, kupfernes Rohr, während eine andere ein Werkzeug mit einem Feuerzeug benutzt. Im Hintergrund sind weitere Ziegel und Baustellenmaterialien zu sehen.
Für das neue Verwaltungsgebäude in der Bördestraße in Hildesheim kamen insgesamt 150 Gäste zusammen. Die Zeitkapsel, in der sich etwas Münzgeld, ein christliches Symbol, die Pläne für das Gebäude sowie verschieden gestaltete Plakate jeder Region und jeder Tochtergesellschaft der Diakonie Himmelsthür befanden, wurde vor Ort von Geschäftsführer Karsten Baufeld zugelötet. Neben ihm stehen Uwe Oberbeck (links, von der Firma Thiemt) und Alexander Schan (mitte, Immobilien- und Servicegesellschaft Himmelsthür GmbH).