
Jahresbericht 2024Diakonie Himmelsthür
Liebe Leser:innen,
schön, dass Sie sich für den Jahresbericht der Diakonie Himmelsthür interessieren, der wie bereits im letzten Jahr, nicht mehr in gedruckter Form, sondern digital erscheint.
Damit nehmen wir eines unserer zentralen Unternehmensziele ernst: Wir haben uns ja der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet und bemühen uns, in allen Bereichen nachhaltiger und ressourcenschonend zu arbeiten.
Erstmals verantworten wir als neues Vorstands-Duo diesen Jahresbericht. Nachdem Ines Trzaska die Diakonie Himmelsthür Ende März verlassen hat, tragen wir gemeinsam die Verantwortung für den Unternehmensverbund mit seinen sieben Tochter-Gesellschaften und insgesamt mehr als 3.500 Mitarbeitenden.
Wir blicken in der Diakonie Himmelsthür auf bewegte Monate zurück. Es gab viele Entwicklungen, über die wir uns freuen. Und zugleich stehen wir wie die gesamte Sozialwirtschaft weiterhin vor anspruchsvollen Herausforderungen.
Neue Angebote & Projekte
Wir freuen uns, dass wir auch in den vergangenen Monaten wieder neue Angebote für Menschen mit Assistenzbedarf entwickeln konnten. Gerade erst haben wir eine neue Tagesförderstätte in Harpstedt eröffnet. Weitere Bauprojekte laufen derzeit: in der Hildesheimer Ottostraße entsteht ein großes Wohnangebot, in Bockenem konnten wir im August das Richtfest für unser neues Wohnangebot feiern und in Bad Pyrmont ist der Neubau für die Tagesförderung fast fertig. In Wildeshausen bauen wir unsere Immobilie in der Glaner Straße um und passen sie an moderne Wohnstandards und die Bedarfe unserer älteren Kundinnen und Kunden an. Und in Hannover ziehen in Kürze neue Kunden und Kundinnen in drei Wohngemeinschaften in der Sutelstraße ein.
Weil die Diakonie Himmelsthür in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet hat und deshalb ein starkes und stabiles Unternehmen ist, können wir solche Projekte auch unter derzeit sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen weiterhin voranbringen. Aber natürlich belasten auch uns die Steigerung der Baukosten und die hohen Zinsen. Wir müssen unsere Investitionen also sorgsam steuern und dabei Prioritäten setzen.
Schön ist auch, dass nach den Corona-Jahren wieder viele Projekte, Feste und Aktivitäten stattfinden. Ein echtes Highlight war zum Beispiel die inklusive Disco beim Gildefest in Wildeshausen. Mehr Eindrücke erhalten Sie auf unseren Social-Media-Kanälen.
Herausforderungen Personalgewinnung
Vor Herausforderungen stehen wir weiterhin bei der Personalgewinnung. Die Sozialbranche ist noch stärker als andere gesellschaftliche Bereiche von der demographischen Entwicklung und dem Mangel an Arbeitskräften betroffen.
Auch in der Diakonie Himmelsthür gehen in den nächsten Jahren viele Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand. Wir haben unsere Anstrengungen bei der Personalgewinnung deutlich verstärkt und wenden uns auf vielfältige Weise an potentielle Interessierte: mit großflächiger Bus-Werbung genauso wie mit Recruiting-Videos in Social-Media-Kanälen. Erfreulicherweise bleibt die Anzahl unserer Mitarbeitenden insgesamt stabil. Allerdings dauert es oft lange, freie Stellen wieder zu besetzen. Und an manchen Standorten ist insbesondere die Gewinnung von Fachkräften eine große Herausforderung.
Wir wissen, dass wir die Auswirkungen der demographischen Entwicklung nicht einfach auffangen können, so sehr wir uns auch bemühen. Das bisherige System der Eingliederungshilfe kommt spürbar an seine Grenze und wir müssen über ganze neue Lösungen nachdenken – und zwar einerseits gemeinsam mit dem Land Niedersachsen als dem Leistungsträger der Eingliederungshilfe und mit den leistungsberechtigen Menschen und ihren Angehörigen. Wir werben zum Beispiel dafür, Kolleginnen und Kollegen, die als Helfer:innen in der Assistenz über mehrere Jahre umfassende Berufserfahrungen gesammelt haben und ein kompaktes Schulungsangebot absolviert haben, vom Land als Fachkräfte anzurechnen. Wir hoffen auf eine zeitnahe Anpassung von Rahmenbedingungen an die Realität.
Gleichzeitig müssen wir auch unternehmensintern neue Wege einschlagen. Wir arbeiten deshalb zum Beispiel an der Weiterentwicklung von Arbeitszeit- und Dienstplanmodellen. Je anspruchsvoller die Rahmenbedingungen werden, umso wichtiger wird es zukünftig, dass wir unsere Kräfte und Kompetenzen bündeln und enger kooperieren, auch über Bereichsgrenzen hinweg. Uns ist dabei wichtig, Ideen und Lösungen gemeinsam mit den Teams zu entwickeln, weil die Kolleginnen und Kollegen vor Ort natürlich am besten wissen, was an ihrem Standort weiterhelfen würde.
Bezahlung nach Tarif
Im Herbst stehen Verhandlungen über den Tarifvertrag der Diakonie Niedersachsen an. Wir setzen darauf, dass die Tarifparteien eine angemessene Vereinbarung aushandeln, die einerseits für eine faire und attraktive Vergütung sorgt. Schließlich leisten die Kollegen und Kolleginnen anspruchsvolle Arbeit und müssen dafür entsprechend bezahlt werden. Auch hinsichtlich der Gewinnung neuer Mitarbeitender ist ein konkurrenzfähiger Tarifvertrag wichtig.
Andererseits ist die Refinanzierung tariflicher Personalkosten angesichts des angespannten Landeshaushalts keine Selbstverständlichkeit mehr. Das macht uns Sorge. Wir setzen uns dafür ein, dass eine tarifliche Bezahlung für soziale Berufe anerkannt wird. Damit das gelingt, braucht es angemessene Tarifabschlüsse, die keinen der Beteiligten überfordern.
Auch die nächsten Monate werden also interessant werden. Wir gehen trotz komplizierter Rahmenbedingungen durchaus zuversichtlich voran, weil wir wissen, dass ganz viele Kollegen und Kolleginnen im großen Himmelsthür-Verbund mit viel Engagement an guten Lösungen arbeiten. Dafür sind wir sehr dankbar – genauso wie allen Geschäftspartner:innen und Unterstützer:innen, die unsere Arbeit begleiten, kritisch hinterfragen oder auf andere Weise bereichern und voranbringen. Wir schätzen das gute Miteinander und die konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen allen sehr.
Mit herzlichen Grüßen
Florian Moitje & Dennis Berger










