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Sozialministerin besucht Wohnangebot in Wietze

Sozialministerin besucht Wohnangebot in Wietze

Reimann: „Eine der größten Sozialreformen“ / Ulrich Stoebe: Inklusion ist nicht verhandelbar

Die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann hat das Haus Wietze der Diakonie Himmelsthür besucht. Dabei hat sie an der Mitarbeiter- und Bewohnerversammlung teilgenommen und Forderungen und Wünsche der Bewohnenden entgegengenommen. Ein wichtiger Wunsch aus der Runde ist bereits in Erfüllung gegangen: Auch Menschen mit einer Betreuung in allen Angelegenheiten dürfen Ende Mai bei der Europawahl und bei der gleichzeitig stattfindenden Bürgermeisterwahl in Wietze teilnehmen.

Ein anderer Wunsch sind rollstuhlgerechte Überwege über die Zufahrtstraße aus altem Kopfsteinpflaster. Die barrierefreien Wege sagte Bürgermeister-Kandidat Ingolf Klaassen (SPD) für den Fall zu, dass er bei der anstehenden Wahl gewählt wird.

Das Hauptthema beim Gespräch mit Vorstand Ulrich Stoebe, Regionalgeschäftsführer Björn Mänken und Fachbereichsleiterin Dorle Toppel von der Diakonie Himmelsthür ist die anstehende dritte Stufe des Bundesteilhabegesetzes. „Das ist eine der größten Sozialreformen, die wir je gesehen haben“, betont Carola Reimann. Das neue Gesetz stelle die Unterstützung für Menschen mit Behinderung auf eine neue Stufe. So würden Fachleistungen von existenzsichernden Leistungen getrennt. Menschen, die einer Tätigkeit nachgehen und davon ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten, benötigten eben keine existenzsichernden Leistungen, aber Sachleistungen als Nachteilsausgleich. Als Beispiel nennt sie einen Richter, der im Rollstuhl sitzt. Dieser bekommt künftig lediglich Leistungen als Nachteilsausgleich.

Am Beispiel von Wietze zeigt Ulrich Stoebe die Vielfalt der Inklusion auf: „Es gibt bei der Inklusion keine Einheitsnormen, sondern Auswahlmöglichkeiten im Kontext jedes einzelnen.“ Hier biete das Haus Wietze den Menschen ein geschütztes Umfeld. Gleichzeitig können sie in der Tagesförderstätte im Ort am Leben dort teilnehmen. Auf die Frage nach den Grenzen der Inklusion gibt Stoebe eine klare Antwort: „Die Teilhabe von Menschen an der Gesellschaft ist nicht verhandelbar. Dieses Recht muss gelten.“

Das Haus Wietze betreut derzeit 62 Menschen, zum Teil mit Doppeldiagnosen. Sie haben eine geistige Behinderung, zum Teil zusätzlich Traumatisierungen und manche von ihnen Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren. Für die Begleitung dieser Menschen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besondere Qualifikationen erworben. „Wir setzen auf fundierte Weiterbildung“, sagt Dorle Toppel.

Regionalgeschäftsführer Björn Mänken bekennt sich gegenüber der Ministerin klar zum Standort Wietze: „Wir haben viel in die Wohnqualität investiert und das Haus nach außen geöffnet.“ Demnächst wolle die Diakonie Himmelsthür vor Ort in neue Wohnungen investieren. „Wir haben bei der Gemeinde bereits eine Bauvoranfrage gestellt“, erklärt Mänken. In Wietze wird nach dem Zwei-Milieu-Prinzip gearbeitet. Alle Bewohnerinnen und Bewohner arbeiten tagsüber entweder in der Werkstatt oder sind in der Tagesförderung. Einige Bewohner helfen in der Bücherei beim Einräumen der Bücher oder beim Müllsammeln im Ort. „Wir wollen nicht nur nehmen, sondern auch geben“, sagt Fachbereichsleiterin Dorle Toppel. Björn Mänken stimmt zu: „Auch so kann Inklusion aussehen.“

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