Besuch aus dem BundestagDaniela Rump informiert sich über die Arbeit in der Behindertenhilfe

Eine Gruppe von acht Personen steht auf einem Balkon, lächelt und blickt in die Kamera. Einige tragen lässige Kleidung, und die Umgebung zeigt einen grünen Hintergrund. Die Gruppe wirkt freundlich und einladend.
Daniela Rump (Mitte), Mitglied des Bundestages, zu Besuch bei der Diakonie Himmelsthür

Hildesheim. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Rump war bei der Diakonie Himmelsthür zu Gast, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit in der Behindertenhilfe, den vorhandenen Strukturen und den aktuellen Herausforderungen zu machen.

Im Gespräch mit den Vorständen Florian Moitje und Dennis Berger, der Vorsitzenden der Mitarbeitendenvertretung, Maria Könecke, und ihrem Stellvertreter Denny Brinkmann sowie weiteren Leitungskräften erhielt sie einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgaben und das breite Leistungsspektrum des Unternehmens.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuell herausfordernden Rahmenbedingungen in der Eingliederungshilfe. Die gesetzlichen Anforderungen – insbesondere durch das Bundesteilhabegesetz – sehen eine personenzentrierte, individuelle Unterstützung vor. In der Praxis fehlt jedoch häufig die nötige finanzielle und personelle Ausstattung, um diese Ziele nachhaltig umzusetzen. „Wir kommen langsam an die Grenzen des Systems in der Eingliederungshilfe. Und deshalb besteht Handlungsbedarf“, machte Vorstand Florian Moitje im Gespräch deutlich.

Auch der Arbeits- und Fachkräftemangel stelle eine zentrale Herausforderung dar. Die Gewinnung neuer Mitarbeitender gestalte sich zunehmend schwierig – insbesondere in der Assistenz. Gleichzeitig bleibe die umfangreiche Praxis-Erfahrung vieler langjähriger Mitarbeitender bei der Übernahme von fachlichen Tätigkeiten unberücksichtigt. Denn formale Qualifikationen würden stärker gewichtet als praktische Kompetenz und Erfahrung. Hier brauche es Lösungen, um berufliche Erfahrung im Rahmen gesetzlicher und tariflicher Vorgaben besser anzuerkennen und zu nutzen, so Moitje.

Neben diesen strukturellen Herausforderungen thematisierte der Vorstand auch die Weiterentwicklung der Angebote. „Die Anstrengungen der Vergangenheit zur Weiterentwicklung unserer Angebote hin zu mehr Teilhabe in den Gemeinden und Quartieren können wir in diesem Maße nicht fortführen. Denn für passende, zukunftsfähige Angebote braucht es eine ausreichende Refinanzierung, die wir aktuell nicht haben“, betonte Vorstand Dennis Berger.

Nach dem Gespräch besuchte Daniela Rump das Wohnangebot im Haus Oberlin auf dem Campus in Sorsum. Dort wurde sie von Regionalgeschäftsführer Carsten Wirges und Fachbereichsleiterin Astrid Bauseneik begleitet. Im Austausch mit Kolleg:innen aus der Assistenz erhielt sie einen authentischen Eindruck vom Arbeitsalltag und den wachsenden Anforderungen in der Praxis.

Daniela Rump zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Diakonie Himmelsthür und nahm viele Impulse mit in die politische Arbeit auf Bundesebene. - Wir bedanken uns herzlich für den offenen Austausch und das gezeigte Interesse!