Ein berührendes Geschenk Konzert in Bad Salzdetfurth

Die "Stiftung Himmelsthür – damit Leben gelingt" spendiert dem Haus Bartimäus nach schweren Corona-Wochen ein Konzert mit "Mango y Papaya"

"Für das Wetter können wir nichts", sagt Jutta Rübke bei Sonnenschein und blauem Himmel. "Aber die Musik haben wir bestellt." Hinter der stellvertretenden Vorsitzenden der "Stiftung Himmelsthür - damit Leben gelingt" sitzen Mango y Papaya. Gitarre und Cajon, Strohhut und Sonnenbrille. "Wir wollten den Menschen nach dieser besonders schweren Zeit ein Geschenk machen", erklärt Rübke am Sonntagnachmittag. "Und was ist da besser als Musik?"

Die Menschen im Haus Bartimäus haben erlebt, was Corona anrichten kann. 73 Menschen mit Beeinträchtigungen und hohem Assistenzbedarf leben auf dem Papenberg in Bad Salzdetfurth, 60 Mitarbeitende sind dort beschäftigt. Das Virus suchte einen Wohnbereich des Hauses heim: 17 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 15 Mitarbeitende infizierten sich. Zwei Beschäftigte erholen sich bis heute von der Lungenkrankheit, eine Frau starb.

"Es war eine schwierige Zeit", erinnert sich Fachbereichsleiterin Tanja Wolf. "Wir haben einschneidende Maßnahmen ergriffen und strenge Auflagen bekommen." Keine Besuche, Pflege in Vollschutz und die Angst vor dem Virus als steter Begleiter. Vergessen ist der Ausbruch nicht, das wäre fahrlässig. Aber an diesem Sonntag feiern BewohnerInnen und Beschäftigte trotzdem.

Mango y Papaya haben der Diakonie Himmelsthür schon oft Ständchen gebracht, unterstützen auch in der Musiktherapie. "Unsere Rhythmusgruppe auf dem Balkon", tauft Sänger Michael Fanger an diesem Tag eine Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern nach dem ersten Lied. "Musik ist immer ein Highlight", bestätigt Fachbereichsleiterin Wolf.

Die "Stiftung Himmelsthür" unterstützt Projekte für Bewohnerinnen und Bewohner der Diakonie Himmelsthür. Fahrten an die Ostsee, Regatten auf dem Maschsee. Dieser Tage: undenkbar. Außerdem verboten: Umarmungen, Handschläge, Tanzen.

Die Menschen im Haus Bartimäus haben körperliche, psychische und kognitive Beeinträchtigungen. "Musik berührt jeden", betont Horst Müller. Er ist Fachbereichsleiter der Diakonie Himmelsthür in Sorsum und an diesem Tag dabei als Mitglied im Vorstand der "Stiftung Himmelsthür". Mango y Papaya hat er deswegen im August auch wieder nach Sorsum eingeladen. Vor den vier Häusern auf dem Campus sollen Michael Fanger, Axel Leonhardt und Stefan Heinrich singen.

Das Trio spielt in Bad Salzdetfurth nach der Corona-Zwangspause zum ersten Mal wieder zu dritt. "Wir wissen noch nicht, welche Lieder heute dran sind", verrät Sänger Fanger. "I’ve Been Looking For Freedom" oder "Ich will keine Schokolade" sowie kubanische Klänge bringt die Band mit, nimmt sonst aber auch Wünsche entgegen. "Solche Auftritte sind für uns menschlich immer schön", erklärt Fanger, "weil wir zurückbekommen, was wir geben." Er blickt in Richtung der spontan gegründeten Rhythmusgruppe, die begeistert klatscht und winkt. "Die Leute brauchen das."

Fachbereichsleiterin Wolf bleibt zurückhaltend, was Lockerungen angeht. Die Corona-Zeit steckt ihr noch in den Knochen. Gerade deswegen ist es ihr ein Anliegen, Danke zu sagen. "Zuerst an das Team im Haus, das trotz der Angst und den Anstrengungen toll Haltung bewahrt hat." Aber auch an die Kolleginnen und Kollegen der Diakonie Himmelsthür, die Beschäftigten im Gesundheitsamt, Nachbarn und Angehörige. Von allen Seiten haben die Menschen im Haus Bartimäus in der schweren Zeit viel Unterstützung erhalten. Für das Wetter können die Verantwortlichen an diesem Tag nichts, für alles andere ist aber gesorgt. 

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