Haus Nienburg macht Platz für einen modernen Neubau an gleicher Stelle Umzug für die Bauphase in Räume der Tagesförderung Drakenburg

Gabi Brandes sitzt in einem Hängesessel

Gabi Brandes ist gerade von Nienburg nach Drakenburg umgezogen. Im Psychomotorik-Raum probiert sie den neuen Hänge-Sessel aus.

Die Frauen und Männer aus dem Haus Nienburg der Diakonie Himmelsthür sind in der vergangenen Woche ausgezogen. Aber sie werden zurückkommen – und dann in neue, moderne Wohnungen. Schon seit mehreren Jahren war klar, dass das Haus Nienburg nicht mehr dem aktuellen Standard entspricht; schon allein der Brandschutz machte Veränderungen notwendig, zudem war das Haus eng und verwinkelt. Nach vielen Überlegungen hat sich die Diakonie Himmelsthür nun für einen Neubau auf dem gleichen Grundstück entschieden. Noch in diesem Jahr soll das alte Gebäude abgerissen werden.

An seiner Stelle entsteht ein neues, zweigeschossiges Haus, das Platz bietet für sechs Wohneinheiten für jeweils sechs Bewohner und Bewohnerinnen. Alle bekommen Einzelzimmer, in jeder Wohngemeinschaft gibt es eine Küche und ein Wohnzimmer. Die Zahl der Wohnmöglichkeiten erhöht sich damit insgesamt von jetzt 30 auf 36. Gleichzeitig werden die Wohngruppen kleiner. Die Wohneinheiten im Erdgeschoss erhalten Zugang zu einer Terrasse, im ersten Stock gibt es Balkone.

Eigentlich hätten sie die Nachbarn gern persönlich über die Planungen informiert, erklären Anne Schilling, Wohnbereichsleitung in Nienburg, und Andrea Warda, Fachbereichsleitung für Hannover und Nienburg. Doch eine gemeinsame Veranstaltung ließ sich wegen der Corona-Maßnahmen nicht verwirklichen. Wer aber mehr über die Baumaßnahme erfahren oder sich vom Gebäude verabschieden möchte, kann sich bei Anne Schilling (Telefon: 05021 971620) melden. Sie plant eine Erinnerungs-Galerie im neuen Haus mit Fotos und Geschichten aus der Vergangenheit – auch aus der Zeit, als hier in der Verdener Landstraße noch ein Hotel stand. Beiträge dazu sind willkommen, um ein Stück Geschichte mit in den Neubau zu nehmen.

Etwa zwei Jahre werden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern. Für diese Übergangszeit sind die Bewohner und Bewohnerinnen aus Haus Nienburg nach Drakenburg auf das Gelände der Tagesförderung gezogen, die sie auch bisher schon besucht haben. Im leer stehenden Teil einer früheren Tischlerhalle wurden Einzel- und Doppelzimmer, Bäder und ein Wohnzimmer eingebaut. Wo zuvor alte Schuppen standen, gibt es jetzt einen neuen Psychomotorik-Raum, eine Werkstatt und einen Abstellraum. Das Außengelände wird ebenfalls noch umgestaltet. Geplant sind ein Barfußpfad, eine Grillecke, ein Gewächshaus und Sitzplätze zum Verweilen.

Die vertraute Umgebung in Drakenburg habe den Frauen und Männern den Umzug erleichtert, sagen Andrea Warda und Anne Schilling. Wenn sie in zwei Jahren in den Neubau umziehen, können die Räume in Drakenburg für eine Erweiterung des Angebotes der Tagesförderung genutzt werden. Dann sollen zu den jetzt 30 Plätzen zehn dazu kommen und auch Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf können dann aufgenommen werden.

Das Haus Nienburg bot bisher Wohnmöglichkeiten für 30 Erwachsene mit erhöhtem Assistenzbedarf. Zurzeit sind es 29 Frauen und Männer zwischen Mitte 20 und Mitte 70 Jahren, die nach Drakenburg umgezogen sind. Die meisten kommen aus der Region, einige aber auch aus anderen Bundesländern. Es ist eine Besonderheit der Tagesförderstätte, dass die dort Beschäftigten Betriebe in der Umgebung aufsuchen, beispielsweise einen Bauernhof oder einen Hofladen, um dort einfache Tätigkeiten zu übernehmen. Die Anerkennung für ihre Arbeit, die die Menschen mit Behinderung dabei erfahren, mache sie sichtlich stolz, sagen Warda und Schilling. Vor Ort in der Tagesförderung gibt es neben den psychomotorischen auch kreative Angebote. Der Garten soll außerdem für den Anbau von Gemüse genutzt werden.

Ihr Kontakt

Ute QuednowGeschäftsführung, Pressesprecherin

05121 604-401
ute.quednow@dh-himmelsthuer.de

Anne SchillingWohnbereichsleitung

05021 971620
Anne.Schilling@dh-himmelsthuer.de