Mehr Sensibilität für sexualisierte Gewalt Arbeitsgruppe der Diakonie Himmelsthür entwickelt Handlungsanleitung für Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner

Eine Frau und zwei Männer stehen zusammen und halten eine Broschüre.

Ines Trzaska und Florian Moitje vom Vorstand der Diakonie Himmelsthür bekommen von Regionalgeschäftsführer Ralf Simon das Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt überreicht.

Die Diakonie Himmelsthür hat ein Schutzkonzept gegen sexualisierte und sexuelle Gewalt entwickelt. Es richtet sich an alle Mitarbeitenden und an die Bewohnerinnen und Bewohner. Ein ebenfalls enthaltener Leitfaden soll Orientierungshilfe und Handlungssicherheit geben.

Vor genau drei Jahren begann die gemeinsame Arbeit am Schutzkonzept. Es wurde in einem intensiven Arbeitsprozess entwickelt, auch mit Hilfe externer Beratung, und individuell auf den Bedarf der Institution zugeschnitten. Es ist geprägt von kritischer Reflexion, Fachwissen und dem Compliance-Verständnis der Diakonie Himmelsthür. Jetzt wurde es in einer kleinen Feierstunde fix und fertig gedruckt und gebunden dem Vorstand übergeben.

Das Schutzkonzept wurde in einer Auflage von 3.000 Stück gedruckt. Alle Mitarbeitenden im Unternehmen erhalten ein Exemplar. Damit möglichst viele Menschen am Schutzkonzept teilhaben können, wurde es von einer professionellen Fachübersetzerin in Leichte Sprache übertragen. Beide Sprachvarietäten finden sich in demselben Buch und treffen sich in der Mitte. Es muss einfach nur um 180 Grad gedreht werden.

Die Diakonie Himmelsthür will sich mit dem Schutzkonzept klar positionieren, präventiv aufklären und wirksam anleiten. Sie will die Menschen im Unternehmen schützen und im Ernstfall mit Fachwissen und Empathie angemessen und hilfreich begleiten.

"Sexualisierte Gewalt kommt leider vor. Uns ist es sehr wichtig, mit dem Konzept deutlich zu machen, dass wir dies in der Diakonie Himmelsthür nicht dulden und alles dafür tun, dass es grenzverletzendes Verhalten in unserem Unternehmen nicht geben wird," sagt Regionalgeschäftsführer Ralf Simon bei der Übergabe des Schutzkonzepts.

Das Schutzkonzept richtet sich an alle Ebenen des Unternehmens. "Es geht darum, die Mitarbeitenden zu schulen und zu sensibilisieren", erklärt Ines Trzaska, Vorstandsvorsitzende der Diakonie Himmelsthür. Wichtig sei auch, diejenigen zu informieren, die sich nicht so einfach ausdrücken können. Trzaska: "Wir müssen versteckte Signale erkennen. Warum wird jemand aggressiv oder verletzt sich selbst?" In solchen Fällen ist es Aufgabe der Mitarbeitenden, nach den Ursachen zu forschen. Die Diakonie Himmelsthür will dafür Strukturen schaffen. "Wir stellen die Ressourcen zur Verfügung und Mitarbeitende frei", erläutert Ines Trzaska.

Insgesamt fünf Anlaufstellen Sexualisierte Gewalt sollen im gesamten Wirkungsbereich der Diakonie Himmelsthür mit allen Tochterunternehmen etabliert werden. Diese Teams aus je acht Mitarbeitenden sind die Ansprechpersonen. Sie tragen das Schutzkonzept im Unternehmen weiter, beantworten Fragen, räumen Zweifel aus und informieren. Bei Verdachtsfällen orientieren sie sich am Leitfaden des Schutzkonzepts und ergreifen die notwendigen Maßnahmen. Dabei achten sie selbstverständlich auf den Schutz der Mitarbeitenden beziehungsweise der Bewohnerinnen und Bewohner. 
Das Schutzkonzept und der Leitfaden geben Sicherheit, wenn auffällige Verhaltensweisen beobachtet werden. An wen wende ich mich? Was passiert, wenn ich in meinem beruflichen Umfeld einen Verdacht äußere? Wie reagiere ich, wenn ich mit falschen Beschuldigungen konfrontiert werde?

"Wir möchten ihnen etwas an die Hand geben für diese herausfordernde Aufgabe", erklärt Florian Moitje, Vorstandsmitglied der Diakonie Himmelsthür. "Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt in diesem Bereich."

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