Zukunftsperspektive für die Hildesheimer Diakonische Altenhilfe Gemeinsame Erklärung der gemeinsamen Mitarbeitervertretung des Ev.-luth. Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt und der Diakonie Himmelsthür

Eingangsbereich des Altenheims "Haus am Steinberg"

Die Diakonie Himmelsthür hat in Kooperation mit Bethel im Norden angeboten, ab September den Betrieb mehrerer Altenhilfe-Einrichtungen in Hildesheim und Sarstedt zu übernehmen. Die derzeitige Betreiberin dieser Einrichtungen, die Diakonie Leine-Innerste, befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise. Sie musste mit den Altenheimen Am Steinberg in Hildesheim und St. Elisabeth in Alfeld Insolvenz anmelden.

Die Diakonie Leine-Innerste ist der Pflegeverbund des Diakonischen Werks des Ev.-luth. Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Deshalb ist die gemeinsame Mitarbeitervertretung (gMAV) des Kirchenkreises für die Mitarbeitenden der Altenhilfe-Einrichtungen zuständig.

Die Gründe für die wirtschaftliche Schieflage liegen in falschen Entscheidungen in der Vergangenheit. Nun gilt es, den Blick nach vorne zu wenden. Die gMAV hat in vielen Verhandlungen über mögliche Zukunftsperspektiven immer gegen eine Zerschlagung der Diakonie Leine-Innerste gekämpft und sich für die Suche nach einem neuen Träger eingesetzt, der alle Einrichtungen übernimmt. Ein solcher Träger ist mit der Diakonie Himmelsthür nun gefunden.

Durch den nun geplanten Trägerwechsel zum 01.09.2020 eröffnet sich eine Zukunftsperspektive für die diakonische Altenhilfe in der Region und insbesondere für die ca. 300 Mitarbeitenden sowie für die Bewohnerinnen und Bewohner und Kundinnen und Kunden. Die drohende Zerschlagung oder Stilllegung der Betriebe und damit der Verlust sehr vieler Arbeits- und Pflegeplätze kann so verhindert werden.

Die Probleme, die zur Insolvenz geführt haben, können nur durch eine Neustrukturierung der Diakonischen Altenhilfe gelöst werden. Es braucht ein tragfähiges Konzept für alle Einrichtungen, das auch der Insolvenzverwalter akzeptiert, und das eine Zerschlagung des Betriebs verhindert. Um die 300 Arbeits- und die Pflegeplätze langfristig zu erhalten, sind deshalb folgende Maßnahmen notwendig:

Das Michaelisheim kann aus baulichen und brandschutztechnischen Gründen am derzeitigen Standort nicht fortgeführt werden. Deshalb wird es mit dem Altenheim Am Steinberg zusammengeführt. Den Mitarbeitenden und auch den Bewohnerinnen und Bewohnern wird ein Wechsel dorthin angeboten. Die Diakonie Himmelsthür und die gMAV werden sie bei diesem Schritt beraten und unterstützen. Auch die Diakonie Leine-Innerste hätte das Michaelisheim in absehbarer Zeit schließen müssen. Das Gebäude und auch das Grundstück sind für die stationäre Altenhilfe nicht mehr geeignet. Die Diakonie Himmelsthür berät mit der Kirchengemeinde St. Michaelis über eine alternative diakonische Nutzung des Standorts.

Der Geschäftsbetrieb im Altenheim Am Steinberg muss aufgrund der Insolvenz und wegen der Zusammenführung mit dem Michaelisheim verändert werden. Die Küche des Altenheims ist in keinem auf Dauer zukunftsfähigen baulichen Zustand mehr. Deshalb soll die Catering-Gesellschaft der Diakonie Himmelsthür künftig die Mittagsverpflegung übernehmen. Auch die Diakonie Leine-Innerste hätte das Verpflegungskonzept in Kürze verändern müssen, um auch in der Zukunft eine verlässliche Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner gewährleisten zu können.

Durch die notwendige Veränderung des Verpflegungskonzepts entfallen viele Aufgaben des Küchenpersonals, dem der Insolvenzgeschäftsführer des Altenheimes deshalb im Rahmen des Insolvenzverfahrens kündigen musste. Die verbleibenden Tätigkeiten (Kaltverpflegung, Essensverteilung und Ausgabe) werden künftig die entsprechenden Mitarbeitenden des Michaelisheims übernehmen. Dadurch erfolgt für diese Kolleginnen und Kollegen eine Sicherung ihrer Arbeitsplätze.

Die gMAV trägt die Veränderung des Verpflegungskonzeptes mit, da andernfalls alle 300 Arbeitsplätze der Diakonie Leine-Innerste gefährdet wären.

Die gMAV und die Diakonie Himmelsthür unterstützen die 15 betroffenen Küchen- und Service-Kräfte bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Deshalb hat die Diakonie Himmelsthür ihnen Gespräche über Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrem Unternehmensverbund angeboten hat. Die Hälfte der Mitarbeitenden hat dieses Angebot angenommen. Inzwischen wurden erste Betriebsbesichtigungen und Probearbeitstermine vereinbart. Auch die gMAV bietet den betroffenen Kolleginnen und Kollegen jederzeit Beratung und Unterstützung und mögliche vakante Stellen in ihrem Zuständigkeitsbereich an.

Die Diakonie Himmelsthür und die gMAV sind davon überzeugt, dass die beschriebenen Veränderungen notwendig sind. Nur so können der Betrieb der diakonischen Altenhilfe-Einrichtungen insgesamt gesichert und damit möglichst alle Arbeits- und Pflegeplätze langfristig erhalten werden.
Genau das ist das gemeinsame zentrale Anliegen der Diakonie Himmelsthür und der gMAV.

 

Diese Erklärung wurde am 20. Juli 2020 unterzeichnet von: 

Diakonie Himmelsthür e.V.
Karsten Baufeld (Geschäftsführer Servicecenter Betriebswirtschaft/Verwaltung)

und 

Gemeinsame Mitarbeitervertretung des Ev.-luth. Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt
Elke Brukamp-Pals (Vorsitzende)

Ihr Kontakt

Ute QuednowGeschäftsführung, Pressesprecherin

05121 604-401
ute.quednow@dh-himmelsthuer.de