Sozialministerin besucht Diakonie Himmelsthür Carola Reimann besichtigt Modellprojekt für Menschen mit erworbenen Hirnschäden

Ein Autounfall, ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt. Nach einem solchen Schicksalsschlag ist von einem Tag auf den anderen nichts mehr wie es war. Für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen hat die Diakonie Himmelsthür seit drei Jahren ein in Niedersachsen einzigartiges Angebot. Die Niedersächsische Sozialministerin Dr. Carola Reimann hat der Diakonie Himmelsthür zum Jahresanfang einen Besuch in Sorsum abgestattet, um die Arbeit dort kennenzulernen. Die Plätze waren vom ersten Tag an voll ausgelastet. „Inzwischen haben wir eine Warteliste“, sagt Ulrich Stoebe, Direktor der Diakonie Himmelsthür.

„Die Bewohner sollen möglichst so leben wie vorher“, erklärt Horst Müller, Fachbereichsleiter Wohnen. Deshalb leben die bis zu 20 Bewohnerinnen und Bewohner jeweils in einem eigenen Apartment. Das ermöglicht ihnen eine möglichst große Selbstständigkeit. „Gleichzeitig können wir sie direkt und personenbezogen unterstützen“, so Müller. Früher wären Menschen mit erworbenen Hirnschäden in einem Alten- und Pflegeheim gelandet. Faktisch ein Abstellgleis. Dabei haben die Menschen vor Unfall oder Krankheit ein normales Leben geführt mit Beruf, Familie und Kindern. Für sie und auch für die Angehörigen sind die neuen Lebensumstände eine besondere Herausforderung.

Die eine Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner in den Apartments in Sorsum ist Mitte 20 bis Mitte 30, sie haben meist einen schweren Unfall hinter sich. Die andere Hälfte ist zwischen 45 und 63 Jahren alt. Sie sind nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer Hirnblutung zur Diakonie Himmelsthür gekommen.

Ein zentraler Aspekt ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. „Die Rückkehr in das Arbeitsleben ist für die Bewohner wichtig“, erklärt Marianne Heller, Fachbereichsleiterin Tagesförderstätten. Sie ist für die berufliche Integration der Bewohner zuständig. Viele wechseln auf Arbeitsplätze in der Werkstatt des proTeam Himmelsthür oder bei der Lebenshilfe. Heller: „Manchen gelingt auch der Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt.“ Darüber freut sich auch Sozialministerin Reimann: „Das Thema Arbeit ist sehr wichtig.“ Dafür stelle das Land auch ein Budget für Arbeit als Lohnkostenzuschuss bereit, damit die Integration in den ersten Arbeitsmarkt leichter falle. Reimann: „Dafür müssen die Arbeitgeber aber auch offen sein.“ Doch wann, wenn nicht jetzt, sagt sie mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt.

Die Diakonie Himmelsthür ist ein Vorreiter der Inklusion in Niedersachsen. „Wir haben mit Hilfe des Landes und der Aktion Mensch viele dezentrale Angebote geschaffen“, erklärt Ulrich Stoebe. „In Hildesheim leben 700 Menschen mit Assistenzbedarf, davon ziehen immer mehr in die Stadt“, ergänzt Carsten Wirges, Regionalgeschäftsführer bei der Diakonie Himmelsthür. So sind bereits mehr als 300 Bewohner vom Hauptcampus des Unternehmens in Sorsum weggezogen. Noch leben 250 Menschen dort. „Aber das werden immer weniger“, so Wirges. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich auch die Einstellung der Menschen in der Stadt geändert. Stoebe: „Wir werden inzwischen mit offenen Armen aufgenommen.“

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